Das Museum der Angst
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Unboxing
Dachstube
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TRAUMFÄNGER – Based on Dreams

Das Kind lebt in seiner eigenen Fantasiewelt versunken. Bis es eines Tages im Unterricht einschläft und zu einer Strafarbeit verdonnert wird. 100 Mal soll es vor dem Einschlafen „Du darfst nicht träumen“ in sein Schulheft schreiben. Das Kind ist gehorsam, will nie wieder träumen – doch schon bald wird es von Alptraumgestalten heimgesucht.

Hintergrund:

Die Idee einer Collage von Alptraummotiven entstand beim Filmworkshop im Museum der Angst und wurde im Rahmen des Seminares „Traumprotokolle“ der Universität Hildesheim realisiert. Ein Semester lang hatten die Student*innen dort zu psychologischen Theorien der Traumdeutung und literarischer Verarbeitungen verschiedener Kunstepochen geforscht. Unser Animationsfilm baut auf akribisch niedergeschriebenen Träume des Autors, dessen Bilder sich zu einer surrealen Geschichte über den Verlust der Fantasie aus Kinderauge verbinden.

Buch & Regie – Silas Degen
Dramaturgie – Koko Lana Hörr
Design & Schnitt – Merrill Hagemann
Character Design & Animation – Allan Bailey
Musik – Matthias Hornschuh

Ein Trailer zum Animationsfilm wird ab 18.10.2020 hier zu sehen sein.

Sammlung
Seite 1

Oma Linas Himmelsleiter

oder:
Auf den Spuren der stummen Angst... und was dagegen hilft!

Es war in den letzten Kriegsjahren –
ich erinnere mich...

immer fuhren wir auf's Land –
von der Stadt in das kleine Heidedorf –
auf rumpeligen Straßen –

Wir stiegen in der Artilleriestraße ein –
gleich neben der "Adolf-Hitler-Straße"–
aber das ist fast achtzig Jahre her –

mit dem alten schnaufenden gelben Postautobus –
mit Rostflecken und einer langen Schnauze vorn –
wie bei Max, Omas Schäferhund, wenn er auf der Lauer lag.

Manchmal fuhr der alte gelbe Bus –
(naja – gelb – das war auch schon lange her)

manchmal machte er einen Umweg durch die Ruinen der Nordstadt –
wenn die Trümmer auf den Straßen
nach den Bombenangriffen der letzten Nächte
von den zerlumpten Kolonnen –
diesen ausgemergelten Schattengestalten –
noch nicht weggeräumt waren.

Vom Kirchturm hing das eiserne Gerippe der Spitze 
wie eine Zipfelmütze herunter.

Die Fensterlöcher – schwarze Höhlen –
wie knochige Finger ragten die Steintürme in den blauen Himmel.

Später lernte ich, dass Eisen bei über 1000 Grad schmilzt!

Meine Mutter schimpfte mit uns – wenn mal eine 
Untertasse beim Abtrocknen auf dem roten
Steinholzfußboden in tausend Stücke zersprang –
und hier... fuhren wir durch eine Trümmerlandschaft...

und meine Mutter sagte nichts –
auch – wenn nach einem Bombenalarm wir aus dem 
Luftschutzkeller kamen – die Fensterscheiben
zertrümmert in der Küche lagen –
Seite 2
... ich fand das damals sehr ungerecht –
die Erwachsenen durften das!

– meine Mutter sagte nichts –

aber – wir fuhren immer aufs Land – und –
wenn wir die Trümmer unserer Stadt hinter uns ließen –

wurde die Landschaft weit und ruhig –
leer die Straßen – schurgerade –

vielleicht mal ein Fuhrwerk auf dem Sandweg –
Wiesen – saftige grüne Wiesen – von Hecken gesäumt –

die Birken am Straßenrand – gleichmäßig schief –
bei Mutter im Küchenschrank musste immer alles 
ganz gerade und geordnet sein –

auch die gestickten Kissen auf dem braunen Sofa –
sie standen – auch bei Vollalarm – 
immer mit spitzen Ohren ganz senkrecht

wie bei Max – wenn er auf der Lauer lag
und nur die Augen und die Schwanzspitze sich bewegten

und endlich – fuhren wir übder die Flußbrücke –
eine Bogenbrücke – weit in die Ebene ragend –
die in den letzten Kriegstagen gesprengt wurde –
"für den Endsieg" – wie sie aufgeregt sagten

ganz wichtig – die großen Jungen in der schwarzen Uniform –
"und wenn ich groß bin wie die – 
will ich auch 'ne Brücke sprengen ... nicht diese!"

Und am Horizont – hinter den sumpfigen Weiden 
und Hecken duckten sich – unter alten Bäumen –
die roten Ziegeldächer des Dorfes – wor Großmutter wohnt –
stumpfe Giebel – und – über allen –
wie eine Glucke auf ihrem Nest – die Kirche.

Der Turm – breit und behäbig – dunkel gefleckt –
mit einem glänzenden Helm –
nach unten weit ausladend –
wie eine Pudelmütze über die Ohren –
und – das warme rote Dach des Kirchenschiffes –
wie gespreizte Flügel –

Und wenn ich das erblickte – so von der Brücke aus –
ein lauter Seufzer: " Oh – Oma seine Kirche!"
(den Wert des Genitivs lernte ich erst später zu schätzen) 
Seite 3
und wenn Störche in den Wiesen wateten, fragte ich 
meine Mutter mit der hohen Stimme eines Fünfjährigen schon mal:
"Mutti – suchen die Kinder?"
... ich war mit dörflichen Ritualen vertraut
"aufgeweckt" oder "nervig" nennt man später diese Gören –
bei Kaffee und Topfkuchen –

die Geschichten vom kleinen Moses im Schilfrohr –
versteckt von der besorgten Mutter –
Großmutters Geschichten – die sie in der Dämmerstunde uns Kindern erzählte –
auch Kalif Storch gab in solchen Stunden sein Stelldichein – watete –
vorsichtig suchend durch die Traumwelten –

und nun – stolzierte er da in den Wiesen –
...und – "suchte Kinder" –
Großmutters Geschichten aus dem Leben –
aus meinem Leben hier ringsherum –
Traum und Wirklichkeit – sie waren kein Widerspruch

Mutter wandt sich mit ihrer Antwort und suchte – lächelnd –
bei ihrer Busnachbarin um Verständnis – um Nachsicht –
für diese frühkindliche Entgleisung –
und das so kurz vor dem Endsieg –
wo Kinder doch dem Führer geschenkt wurden –
"Lebensborn e.V." hießen diese Häuser –
das Heidedorf Bergen-Belsen war 50 km weg
... aber Mutter sagte nichts – sie lächelte nur –
verbindlich – sich entschuldigend –
denn Kindermund in der Öffentlichkeit konnte gefährlich werden –
lebensgefährlich!

Er konnte auf "Wehrkraftzersetzung" der Eltern schließen – 
oder der völkischen Idee schaden.
Oder "nicht herrenrassenrein" sein –
aber – das ist 80 Jahre her...

Oma Lina und Max – sie warteten schon vor der Haustür
dieses kleinen geduckten Hauses – am Ende der Pummergasse –
im Schatten der großen Kirche – der alten Bäume –
Geranien blühten auf der Fensterbank.

Max jaulte und hüpfte an der Kette –
die Hühner flatterten aufgeregt –
die Katze döste auf der Bank –
Oma wischte sich die Hände an der grauen Schürze ab.
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Sie ist kleiner als Mutter –
das dünne strähnige Haar zu einem kleine Knoten gebunden –
aber – sie ist größer als ich –
"nu kummet moal ersmoal rin"
man spricht platt.

Die Türglocke scheppert – es riecht nach Stall und Holzfeuer –
Ziegen meckern – in der engen Küche knistert das Feuer im Herd – wie immer.

Kochendes Wasser singt im schwarze Kessel –
in den Regalen - darüber Pötte un Pannen –
rußig geschwärzt – irdene Kumpen, abgestoßen, erdbraun –
Kaffee wird in der großen blauen Emaillekanne aufgebrüht –
die mit dem schwarzen Griff und dem lustigen Deckel – wie Omas Knoten.

Mit Ziegemilch schmeckt der Kaffee komisch bitter –
dazu gibt es Stremel – gezuckerter Butterkuchen –
getrocknet – aus der großen Blechdose –
Oma stippt ein – keine Zähne –
ich darf das nicht – ich kann noch beißen und kleckere.

"Kumm, wie möet inne Kaken – Betklocke tein..."

Es war der übliche Gang – morgens um sieben – abends um sechs –
wir gingen nach "hinten" raus –
"obern Kerkhove" – eine kleine Tür –
in den Türbalken hatte Großvater "bete und arbeite" gestemmt –
Oma wollte das so – er ist Zimmermann – geht nicht in die Kirche –
hat aber den Glockenstuhl gebaut.

Ich darf den Kirchenschlüssel tragen – das ist Eisen –
der Bart hat ein Lochkreuz –
wir gehen zur Seitentür rein – das Schloss –
wie ein Latz – schwarz glänzend – der Griff – wie eine eiserne Welle ausladend –
Oma dreht den Schlüssel – leises Quietschen – die Tür fällt hinter uns ins Schloss.

Ein kurzes eisernes "Klack".
Es hallt in der ganzen Kirche nach.
Ganz schön gruselig. So vom Hellen ins Dunkle – und dann... ist...
Stille –
nur der eigene Atem ist zu hören.

Jeder Schritt – ein Echo – von überall her –
aus der Dämmerung – aus den Nischen –
die hohen Halbbögen – wie Brücken –
in Augenhöhe die dunklen Bankreihen –
die Seitenwangen wie Holzfiguren die warten,
sie ende im Nichts.
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"Nu – kumm her" – Omas Stimme –
wie ein Schatten vor der Tür zum Turm –
im Turm – ein Loch in der Decke –
daraus windet sich ein dickes Seil herab – wie eine Schlange.

"Nu... teuf man"
Warten? Worauf?

Wieder diese Stille... die Zeit steht...
Oma auch – sie hat die Augen geschlossen –
die Hände übereinander gelegt –
ich wage mich nicht zurühren –
Oma horcht –
ich versuche es – höre aber nichts
Dann – ein kurzes Rumpeln und Ächzen über uns –
und – ein gedämpfter heller Glockenschlag –
Stille – wieder Rumpeln - Glockenschlag –

viermal – die Glocke der Viertelstunden –
kleine Pause – wieder Rumpeln – Glockenschlag -
aber tiefer – sechsmal – die Stundenglocke –

Oma bewegt sich – sagt freundlich – aber bestimmt –
ohne Hast – "So... nu kummst du!"
Wir fassen beide das Seil – und mit einem Ruck –
ziehen wir – wir müssen uns tief bücken – tief –
und ... ein Gong – noch tiefer als die Stundenglocke

Warten – bis der Ton verklungen ist – und wieder –
sieben Mal – später erfahre ich (erst als ich es wollte),
dass es die sieben Bitten im Vaterunser sind.
Oma betet – morgens um sieben, abends um sechs.
Sieben mal tief bücken – sonst klingt sie nicht – die Betglocke!

Oma hat sieben Kinder. Ihr Sohn, mein Onkel, ist bei der SS.
Sie hat sieben Enkel.
Zwölf Hühner, drei Ziegen, zwei Schweine und Max.
Opa hackt Holz, auch im Sommer.

Allein könnt ich die Betglocke nicht ziehen.
Wir gehen zurück in die dämmrige Kirche – 
wie ein Riesenschiff mit Seitengängen –
durch die Bankreihen – ein dunkler Fächer, der langsam vorüberzieht –
die Augen haben sich an die Dunkelheit gewöhnt –
an den hohen Wänden über den Bögen –
Malereien in braunen Linien –
bärtige Männer in langen Mänteln – sechs auf jeder Seite –
mit Girlanden und schnörkeligen Buchstaben umgeben –
keiner lacht – ob die auch keine Zähne haben? – wie Oma? –
und den Stremel einstippen?
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Aber sie gucken sehr gütig – nur der erste runzelt die Stirn –
Er hat einen Schlüssel in der Hand. Eisen. 
Mit einem Lochkreuz im Schlüsselbart. Kenn ich.

Und über dem Altar – diesem Steinklotz in der Mitte mit der gehäkelten Decke –
wenn ich nach oben gucke: ein übergroßer alter König schaut auf uns herab –
dunkle große Augen – Lächelt er? – Nein... oder doch?

Darunter – ein blaues Dreieck im Goldrahmen –
nur ein Auge – und – eine weiße Taube –
die nach oben fliegt – die von Noah? Mit dem Ölzweig?
Und hier an der Seite – ein riesengroßer Walfisch –
über die ganze Wand – nur noch in Umrissen –
und – in seinem aufgerissenen Maul – steht Jona –
so groß wie ich – kenn ich – hat Oma erzählt.
Jona hat gesungen, weil er Angst hatte.
Und dann hat ihn der Walfisch wieder ausgespuckt.

Oma singt mit uns – immer – "Geh aus mein Herz" (alle Verse).

Oma macht sich hinter dem Altar zu schaffen –
und da steht und liegt – den Blicken entzogen –
alles Mögliche...
Sonst – kannst du weit in den Raum blicken – bis in die Dämmerung –
alles gerade Linien, die aufeineinander zulaufen.
Steinplatten – Holzbänke – Emporen – riesige Orgelpfeifen schimmern in die Höhe –
aber hier – hinter dem Altar – unter dem Holzkreuz:

Alte Blumentöpfe, Kerzenstumpen, Kniekissen (schwarz mit Silberrand) – und –
einen Klappleiter – so groß wie ich – schräg angelehnt: Dunkles rissiges Holz, 
abgeschabte Stufen, wacklige Scharniere.

Oma sieht mich staunen – ein solch riesiges altes ehrwürdiges "Gottes Haus"
(Omas Haus ist winzig dagegen) –
mit Bleiglasfenstern – und einem Turm wie eine Burg – 
die Orgelempore größer als Omas Häuschen
und hier – gleich unterm Kreuz – so eine Gerümpelecke...

"Tscha, süste, so geit dat im Leben – oben fix un unnen nix...
däi Ledder, däi bruk i för de Lüstern – söndas – u den annern Kroams,
den hat Plumhoffs Muddern doa hinnelecht... brukt wi dja ok!"
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Oma flüstert – ("inne Kaken is ma still und lopt nich!")...
und mit Plumhoffs Muddern scheint sie nicht immer einer Meinung zu sein –
aber – an solch einem Ort redet man nicht shclecht über andere...

Das ist also Omas "Himmelsleiter". Mit ihr kann sie die Riesenkerzen
auf den großen Altarleuchtern anzünden – jeden Sonntag (jümmer söndas).
Dann zieht sie ihr Kakentüch an – aus dem großen schwarzen Schrank –
(Es riecht immer nach Mottenpulver – wenn wir uns darin verstecken).
Es ist nicht "das kleine Schwarze", so etwas hat sie nicht.
Es ist das "feine Schwarze" und – bis auf Opa – gehen alle in die Kirche.

Das ist ein Gewusel in dem kleinen Haus – Opa hütet das Feuer –
die Hühner laufen über den Flur –die Glocken läuten –
"mötje hüte Lüen?" – "Joa – Dierking Voader un Feddlers Lene" – Nachbarn –

Zwei Glocken am Sonntag – sie werden mit dem Fuß getreten, im Gockenstuhl.
Wir ziehen in die Kirche ein – die weißen Kerzen auf dem Altar brennen.
Ich weiß, wer sie anzündet.
Aber Oma Linas Himmelsleiter – sieht man nicht.
Aber ich weiß, wo sie steht!

Heute werden die Kerzen mit einem Gasfeuerzeug an eiem Stiel angezündet.
Die Glocken werden elektrisch geläutet.
Die Betglocke mit einer Zeitschaltuhr gesteuert.
Sieben Mal – die sieben Bitten des Vaterunser.
Es muss niemand mehr warten (Warten auf Godot, haben wir mal gespielt).
Es muss sich niemand mehr bücken – tief bücken.
Der eiserne Schlüssel ist durch ein Zylinderschloss ersetzt.

Die Brücken, die Städte sind wieder aufgebaut.
Kiene Spur mehr von Krieg, Tod und Vertreibung.
Bergen Belsen – eine Gedenkstätte mit Hakenkreusschmiereien.
Die Hassparolen werden jetzt im Internet verbreitet.
"Ausländer sind wieder Feinde"
Und die Waffen ins Ausland verkauft - nicht alle...
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Ich habe heute drei Leitern... und - die sind größer als ich.

Und Oma Lina – auf ihrer wackligen Leiter –
die in der 1000 Jahre alten Kirche ein Licht anzündet...
Ich hab sie laut oder aufgeregt erlebt, gut, 
sie sagte dann schon mal den Älteren: "Wäs nich so upstanatsch!" –
was dann schon eine achtenswerte Zurückweisung war –
(bei google steht: "obstinate" englisch = hartnäckig, eigensinnig, stur; 
ein Esel sei "obstinat")

Oma Lina war nicht des Englischen mächtig –
aber genau das wurde dem Hörenden bewusst –
Oma googelte nicht – las oft die Bibel –
wusste aber wohl die Bedeutung der Worte im rechten Moment zu wählen –
zu betonen – nur wenige –
aber die verfehlten ihre Wirkung nicht.

Oder "düsse ole Huckeduster", diese wirklichen und unwirklichen Wesen –
die es wohl in allen schummrigen Ecken im Haus,
auf dem Kirchhof mit den alten Grabsteinen –
oder in dem Riesenkirchenschiff gab:

da saßen sie – diese lichtscheuen Gestalten –
und trieben ihr Unwesen in Traum und Dämmerung und Phantasie...
"Der Knabe im Morr" und auch "Faust" wissen trefflich darüber zu berichten –
"Huckeduster!" – ein Wort – wenn sie es sagte –
das Oma Lina, dieser kleinen zarten Person eine Macht über die Unterwelt verlih –
die einen Harry Potter hätte neidisch werden lassen –
aber – bei Oma Lina – das klang eher versöhnlich –
nie abwertend – sie waren eben auch ein Teil der Schöpfung!

Und – ich habe sie nie sagen hören:
"...ick hebbe keene Tiet!"
Sie war da – einfach – nur – da!
DIETER BREMER

(angeregt durch das Museum der Angst hat Dieter angefangen seine "Geschichten für die Enkel" aufzuschreiben)

BO1

BO2

BO3

BO4

BO5

BO6

BO7

Cocooning

DE 1

GRW 1

GRW 2 (Rahmen)

GRW 3

GRW 4

GRW 5

Gelbe Eintrittskarten

HimmelNadel

Hö1 (Honga)

Hö2 (Persona 2)

Hö3 (Pictionary)

Hö4 (Füße)

Hö5 (Morgen, mittags, abends, nachts)

Hö6 (Klovalium und Babyface)

Hö7 (Persona 4)

Hö8 (alles weiß)

Hö9 (Spieluhr)

KB1

MJ1

MJ2

MJ3

MJ4

Münze

R1 (Sonate)

R2 (Turm)

R3 (Geweih)

R4 (Rätsel)

Schrein

Wenn-Dann

Stell dir vor, niemand ruft an. Dein WLAN ist schlecht, und du fliegst immer wieder bei der Zoom-Konferenz raus. Bei Skype funktioniert das Mikro nicht und bei Jitzi siehst du immer nur dich selbst und die anderen sind briefmarkenklein. Dein Handy hat ein kaputtes Display. Der Yoga-Kurs hat mehr Spaß gemacht, als er nicht in deiner Küche stattfand. Du musst weinen, weil du dich so auf das Theaterprojekt gefreut hast. Da klingelt es an der Tür. Als du die Tür öffnest, steht da ein Paket. Du öffnest es und.... was soll denn das sein? Sehr seltsam. Ah, da steht was

Reagiere kreativ auf das, was du hierin findest. Füge etwas hinzu. Wenn du kannst in der Kunstform deines Workshops (wenn du in mehreren bist, such dir einen aus). Falls dir dazu was völlig anderes einfällt, mach das. Im Zweifel nimm die bessere Idee!

"Ach du scheiße", denkst du, "ich und kreativ, das kann ja heiter werden." GENAU!

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TitelHandler
Künstler*inJonas Burgert
DialogtextSabine und Nicola
StimmenKoko und Joey
SpielKoko und Joey
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TitelLes deux amies
Künstler*inHenri Toulouse-Lautrec
DialogtextNanette und Nicola
StimmenBirgit und Christine
SpielBirgit und Christine
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TitelMelancholy and mystery of a street
Künstler*inGiorgio de Chirico
DialogtextGudrun und Nicola
StimmenAnke und Julia
SpielAnke und Julia
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Salon 3
Salon 2
TitelCouple On A Bench
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextSabine
StimmenJutta und Dieter
SpielJutta und Dieter
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TitelChildren Playing Games
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextKerstin und Nicola
StimmenJanna und Marius
SpielJanna und Marius
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TitelSelfportrait
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextKerstin und Nicola
StimmenGisela und Jost
SpielGisela und Jost
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TitelSelfportait
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextKerstin und Nicola
StimmenInka und Elija
SpielInka und Jost
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TitelCouple On A Bench
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextGudrun und Nicola
StimmenAnna und Henning
SpielAnna und Henning
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TitelCouple On A Bench
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextSabine
StimmeKristin
SpielKristin
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TitelTourists 1970
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextNanette und Nicola
StimmenNanette und Uwe
SpielNanette und Uwe
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TitelTourists II
Künstler*inDuane Hanson
DialogtextGudrun und Nicola
StimmenGudrun und Uwe
SpielGudrun und Uwe
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Salon 1
Foyer
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Willkommen im Museum der Angst!

Moment. Das soll ein Museum sein? Ganz schön schmal auf der Brust, ganz schön eindimensional... Du hattest dir eher so etwas wie das Wohnhaus von Norman Bates vorgestellt, mit vielen unbewohnten Zimmern und knarzenden Stufen, mit einem Keller, dessen Tür vor der dunklen steilen Treppe leise hin und her quietscht und mit einem Dachboden, auf dem die Vögel schon auf uns alle, auf DICH warten? Ach, stimmt ja, das war ja ein ganz anderer Film. Egal.

Naja, ganz egal ist es natürlich nicht. Du hast etwas erwartet, und das bekommst du nun nicht. Statt einer Geisterbahn für Kunstinteressierte, bist du nun also auf der Homepage des R.A.M.-Projekts MUSEUM DER ANGST gelandet. Schade, denn du bist ganz klar in Sicherheit, in vertrauten Gefilden, da vor deinem Rechner, deinem Tablet, deinem Smartphone.

Und so soll es ja aber auch sein! Wer sagt, dass man in unserem Museum Angst bekommen muss, geschweige denn in Gefahr gerät? Eben.

Obwohl...

Natürlich haben auch wir uns das etwas anders vorgestellt. Wir wollten in unserem Projekt, an dem über 40 Menschen aus Stadt und Landkreis Hildesheim beteiligt sind, im September eine bewegte Ausstellung präsentieren. Dafür haben wir eine leer stehende Halle in der Nähe des Hauptbahnhofs angemietet. Dafür haben wir im Februar in einer Schreibwerkstatt damit begonnen, Szenen zu Gemälden und Objekten bekannter und unbekannter Künstlerinnen zu schreiben. Dafür haben wir angefangen, mit einer Theatergruppe zu spielen und zu probieren und uns auf eine dreidimensionale Performance an ungewohntem Ort vorzubereiten. Eine szenische Ausstellung wollten wir erarbeiten, bei der die Zuschauenden in den Genuss einer ausgesuchten Präsentation von bewegender und vor allem bewegter Kunst kommen sollte. Darum hat sich eine Filmcrew mit den filmischen Aspekten des Themas ANGST in der Kunst, auf der Leinwand, im "wahren" Leben gewidmet und haben Musikliebhaber*innen in einem Workshop damit begonnen, dem Sound des Unwägbaren auf die tonale Schliche zu kommen.

Und dann, ja, dann hat uns ein Virus einen sehr realen Schrecken eingejagt! Wir konnten uns nicht mehr in Gruppen sehen, ihr wisst, wovon wir reden, und gern würden wir sagen: Schnee von Gestern. Aber es ist das Wetter von heute.

Daraufhin stand erst einmal ein großes HM, UND WAS JETZT im Weg und Raum und dann - ja dann stand schneller als gedacht der Umzug in den zugleich größten und unübersichtlichsten Raum der Welt an, den virtuellen. Der ist eine Wohnung, ein Schloss, ein Museum, ein Irgendwas mit unendlich vielen Zimmern. Und da sind wir nun. Da bist du jetzt. Nun denn. Klick dich durch Spuren und Pläne einer Ausstellung.

Willkommen im MUSEUM DER ANGST!

Katalog I

* FoyerKatalog
Angst goes viral-Film
* GalerieMunch "Der Schrei" in Bild, Text und Ton
diverse Bilder beschrieben und gefühlt in Text, Ton und Bild
* Salon 1Plastiken von Duane Hanson werden lebendig
* Salon 2Weitere Plastiken von Duane Hanson werden lebendig
* Salon 33 Gemälde werden lebendig (Burgert, de Chirico, Lautrec)
* Salon 4Schreibübung
* Salon 5OF = Original und Fälschung
* Salon 6Munch "Der Schrei" in Bild, Text und Ton
* UnboxingKunst aus der Kiste (Fotostrecken)
Kunst aus der Kiste (Filme)
* SammlungOma Linas Himmelsleiter (Text)
Traumfänger (Film)
* DachbodenFilme
* Café/RestaurantSchreibübung

Katalog II

* WC IDrei Ausstattungsfotos
* WC IIZaunkönigin (Film)
Päckchen Hö3 (Film)
"Wir sind die Viren" (Song)
* PausenraumAlle Beteiligten
* PressestelleFlyer
Journalisten – Toncollage
* BuchhaltungDank an Förderer*innen
* EchokammerAusweg (Ton)
Krawmmm (Musik)
Pulse (Musik)
* SchutzkellerHAZWEIO (Film)
Mein Gegenstand (Text)
Dreimal Mond (Musik)
Fluchtwege (Ton und Text)
* KontrollraumMaking Of-Fotos, Skizzen, Pläne
* MuseumsgartenKatze
Corona-Kollateralschäden (Film)
* ImpressumKontakte
Galerie

Wo sind die Bilder? fragst du dich, denn solche erwartest du in einer Galerie. Doch man sieht nicht nur mit den Augen gut! Klick dich durch die "Wahrnehmungen"

Der Schrei (norwegisch Skrik, deutsch ursprünglich auch Geschrei) ist der Titel von vier Gemälden und einer Lithografie des norwegischen Malers Edvard Munch mit weitgehend identischem Motiv, die zwischen 1893 und 1910 entstanden. Sie zeigen eine menschliche Figur unter einem roten Himmel, die ihre Hände gegen den Kopf presst, während sie Mund und Augen angstvoll aufreißt. Munch verarbeitete in dem Motiv eine eigene Angstattacke während eines abendlichen Spaziergangs, bei der er einen Schrei zu vernehmen meinte, der durch die Natur ging.

„Ich ging den Weg entlang mit zwei Freunden – die Sonne ging unter – der Himmel wurde plötzlich blutig rot – Ich fühlte einen Hauch von Wehmut – Ich stand, lehnte mich an den Zaun, todmüde – Ich sah hinüber […] die flammenden Wolken wie Blut und Schwert – den blauschwarzen Fjord und die Stadt – Meine Freunde gingen weiter – ich stand da zitternd vor Angst – und ich fühlte etwas wie einen großen, unendlichen Schrei durch die Natur“.

Wir haben uns selbst überlegt, was da wohl geschrien wird. Schließlich gibt es hier keine Sprechblase, die uns weiter hilft und auch keinen Sound – normalerweise. Wir machen es aber möglich! Einfach klicken!

Versteigerungen 2012

Die Pastellversion von 1895 wurde am 2. Mai 2012 bei einer Auktion von Sotheby’s in New York für 119.922.500 US-Dollar versteigert. Das war der bis dahin höchste bei einer Auktion erzielte Preis für ein Kunstwerk. Der Käufer des Bildes war der New Yorker Geschäftsmann Leon Black, der im Aufsichtsrat des Museum of Modern Art sitzt.

Inzwischen ist DER SCHREI nicht mehr das teuerste Gemälde der Welt, Leonardo da Vinci, Jackson Pollock, Modigliani und Rembrandt haben ihn inzwischen überholt. Zum Glück sagt das aber auch rein gar nichts über den ideellen Wert des Gemäldes aus, nur etwas über seinen Marktwert. Der liegt übrigens bei Leonardo da Vinci SALVATOR MUNDI bei schlappen 382 Millionen Euro!

Salon 5
Künstler*inRichard Gerstl
TitelBildnis der Henryka Cohn
Nachgestellt vonBirgit
Künstler*inRiCH-ARt
TitelFear and Loathing in Las Vegas, Jonny Depp als Raoul Duke Comic
Nachgestellt vonElija
Künstler*inAlbert Anker
TitelMädchen die Haare flechtend
Nachgestellt vonEmmeli
Künstler*inFriedrich Overbeck
TitelVittoria Caldoni
Nachgestellt vonGisela
Künstler*inVincent van Gogh
TitelL'Italienne
Nachgestellt vonGisela
Künstler*inToyen
TitelPhantom-Object
Digital nachgebaut vonGudrun
Künstler*inJoseph Beuys
TitelSchlitten
Nachgestellt vonInka
Künstler*inCamara
TitelMorgens am Fenster
Nachgestellt vonInka
Künstler*inAlexandra Brehm
TitelDas war's
Nachgestellt vonInka
Künstler*inCarl Spitzweg
TitelDer arme Poet
Nachgestellt vonInka
Künstler*innenStyrsky und Toyen
Mit Masken bei der Arbeit
Nachgestellt vonJanna und Smilla
Künstler*inLuisa Pohlmann
Titelo.T.
Nachgestellt vonJoey
Künstler*inMartin Kippenberger
TitelBitte nicht nach Hause schicken
Nachgestellt vonJost
Künstler*inFelix Nussbaum
TitelAngst 1941, Selbstprotrait mit Nichte Marianna
Nachgestellt vonJost und Christel
Künstler*inEdmund Hodgson Smart
TitelDawn
Nachgestellt vonJulia
Künstler*inRobert Delaunay
TitelSelbstportrait 1908
Nachgestellt vonDieter
Künstler*inAlexej von Jawlenski
TitelFrau mit Stirnlocke
Nachgestellt vonJutta
Künstler*inLouise Bourgeois
TitelMaman
nachgebaut vonGudrun
        
Künstler*inDamien Hirst
TitelValium
Nachgestellt vonManu
Künstler*inRichard Gerstl
TitelSelbstbildnis als Halbakt 1902
Nachgestellt vonMarius
Künstler*inErnst Barlach
TitelBettlerin
Nachgestellt vonSabine
Künstler*inMyron
TitelDiskobol
Nachgestellt vonSabine
Künstler*inÉdouard Manet
TitelDame mit Papagei
Nachgestellt vonSabine
Künstler*inPablo Picasso
TitelDer alte Gitarrenspiele
Nachgestellt vonHenning
Künstler*inVincent van Gogh
TitelAlter Mann in Sorge
Nachgestellt vonHenning

Die Frage ist ja auch: Gibt es Originale?

Oder ist nicht alles, was entsteht, eine Form der Nachahmung?

Und lernen nicht schon Kinder gerade davon am meisten?

Und ist nicht jede Nachahmung eine Ehrerbietung, die Variation auf etwas oder jemanden, der oder dem wir unsere erhöhte Wahrnehmung geschenkt haben?

Café
Restaurant
»INSTANT DELIKT«
Speisekarten
für
Angsthasen
Speisekarten
für
Angstlose
Speisekarten
für
Beherzte
Shop 

Analog-Digital-Platine

€ 523,00 
€ 10,00 
Platine "digital u. analog" aus Päckchen "Lückenglück"

CD »Kill 'em all«

€ 11,00 
€ 11,00 
CD Interpret: Covid-19 Titel: "Kill 'em all - world tour 2020" Eine Compilation aus 11 Bonmots der Krise, zusammengestellt von Joey.

Cor-O-Mobile

€ 15,00 
€ 18,50 
Cor-O-Mobile Mobile mit eingebauter Spieluhr plus Schlaflied sowie Text zur Vermarktung (aus Päckchen "Cor-O-Mobile")

Der Wucher

€ 14,95 
€ 4,95 
Skulptur

Eisbecher

€ 35,00 
€ 3,00 
Objekt "Eisbecher" Requisit Self-Portrait (aus Salon 1: Duane Hanson)

Ekel-Mittel

€ 4,99 
€ 9,44 
Verschiedene Schmutzmittel, Körperverwahrlosungsmittel und Stinkmittel

Fetzen

€ 11,00 
€ 12,30 
Objekt Kiste "Erinnerungsfetzen" aus Päckchen "Bo7"

Hemd Couple on a bench

€ 3,00 
€ 15,00 
Hemd, kurzärmelig Kostüm Couple on a bench (Salon 1 Duane Hanson)

Hemd Selbstportrait

€ 11,00 
€ 8,00 
Hemd, kurzärmelig Kostüm Selbstprotrait (Salon 1 Duane Hanson)

Hemd Tourist II

€ 13,00 
€ 7,00 
Hemd, kurzärmelig Kostüm Tourist II (Salon 1 Duane Hanson)

Hemdblusenkleid

€ 13,00 
€ 8,00 
Hemdblusenkleid Kostüm Self-Portrait (aus Salon 1: Duane Hanson)

Kirsch-Fuß-Leporello

€ 7,00 
€ 5,00 
Objekt Leporello "Mag Bigfoot Kirschen?" aus Päckchen Hö4 (Füße)

Maman

€ 9,00 
€ 16,00 
Skulptur "Mini-Maman" (Draht) ("Maman" Louise Bourgois nachgebaut von Gudrun) Salon 7

Marionetten

€ 13,00 
€ 9,00 
Objekt Marionetten aus Päckchen "Spannkraft"

Möbius-Band

€ 11,00 
€ 22,21 
Objekt Möbius-Band mit CD "Ich bin ein Hamster" aus Päckchen "Gelbe Eintrittskarten"

Puppe

€ 33,00 
€ 33,00 
Objekt Puppe "Hausfrau" aus "Das Haushaltspäckchen"

Rudolph, die Ratte

€ 20,00 
€ 0,00 
Trophäe in Rattenform, gehäkelt (Wolle, Watte, Nylon)

SCOTTY

€ 3,00 
€ 9,00 
Objekt Zeitmaschine aus Päckchen "SCOTTY Energy"

Schrein

€ 7,00 
€ 15,00 
Objekt Schrein Klopapier, Kerze und Vögelchen auf Stein aus Päckchen "Schrein"

Space-Pyramide

€ 5,00 
€ 17,66 
Space-Pyramide ausklapp- und illuminierbar Film-Requisit aus Päckchen "Münze" (Dachboden/Filmarchiv)

Streifen-Vorhang

€ 9,00 
€ 12,70 
Flächenvorhang Streifen 60 x 2,45 m Requisit (originalverpackt)

Traumfänger-Spinnennetz

€ 50,12 
€ 12,50 

Täschchen

€ 1,00 
€ 4,80 
Täschchen Film-Requisit aus Salon 1 (Duane Hanson "Couple on a bench")

Vier gewinnt

€ 3,00 
€ 4,44 
"Vier gewinnt-Spiel" in Übergröße Film-Requisit mit einzelnen "Spielsteinen" aus Salon 1 (Duane Hanson)

federleicht

€ 1,00 
€ 18,85 
Objekt Bilderrahmen "Feder-Trost" aus Päckchen "alles weiß"

»Aushängeschild«

€ 35,00 
€ 42,77 
Vintage-Schild "Museum der Angst digital" (ohne Hand)
Pausenraum
Allan Bailey

»Manchmal habe ich Angst vor meinem Herzen. Vor seinem ständigen Hunger nach dem, was es will. Wie es stoppt und startet.«

Edgar Allan Poe
Andrea Hellmers

Angst kenn ich erst wirklich seitdem ich Mutter bin. Finde mich sehr in dem Spruch von Brecht wieder:

»Der, den ich liebe
hat mir gesagt,
dass er mich braucht.
Darum
gebe ich auf mich acht
sehe auf meinen Weg und
fürchte von jedem Regentropfen
dass er mich erschlagen könnte.« 

Angst aus Liebe könnte man sagen. Nun stell ich fest, dass sie mich beschützt vor den »gefährlichen Regentropfen«. Auf der anderen Seite hindert sie mich daran Dinge zu erleben bzw. Neues, Unbekanntes zu entdecken. Habe ein zwiespältiges Gefühl zur Angst. Angst – die Beschützende, und Angst – die Spaßverderberin.

Anke Persson

Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie.

Erich Kästner
Anna Hohmann

Angst hat oft ihren Sinn und ihre Berechtigung. Doch manchmal beherrscht sie auch meine Gedanken, so dass nichts anderes mehr Platz findet in meinem Kopf und in meinem Herzen.

Anne-Grit Mikhart

Angst ist etwas was mich – zum Glück eher selten – irgendwo im frühen Morgengrauen zwischen schlafen und wachen angreift. Die Gedanken beginnen dann panisch um etwas zu kreisen, welches mich richtig wach vielleicht nur in Sorge versetzt, mich aber nicht derartig zu erschüttern in der Lage ist, wie in jenem Zwischenzustand.

Birgit Fehrmann

Angst ist immer ein schlechter Begleiter.

Cecilia Schulz
Christel

Angst-Limbisches System
Störung – Angststörung

Singen hilft, während du singst ist der Teil im Gehirn blockiert, der Angst auslöst.

Kinder haben Ängste – ganz normal.

   Amygdala – Mandelkern
   Essen alle Kinder gern

Christine
Christine Brezinski
Dieter Bremer
„Angst“ –

der Augenblick der Hilflosigkeit –
Es kann jetzt etwas geschehen –
was ich nicht kenne –
auch nicht nach 80 Jahren –
der Ausgang ist offen!

Die bisherigen Erfahrungen versagen –
die Sinne, die Körperteile verweigern ihren Dienst –
sind nicht mehr dem Willen unterworfen –
sind aber wahrnehmbar –
Ich sehe meine Hand, aber sie ist nicht mehr meine Hand –
sie gehorcht mir nicht –
Der Augenblick –
Ich verliere etwas –
was ich dringend brauche –
Der Verlust wird mir bewußt –
Was mir lebenswichtig ist –
Ich bin ausgeliefert – Und:

Wenn „wir sind, was wir wiederholt tun“ (Aristoteles) –
dann ist die Angst das –
was sich nicht wiederholt –
an uns –
in uns –
Die Angst, dass wir nicht mehr „sind“ –
das Herz nicht mehr schlägt –
ich einsam bin –
Der Verlust der Nähe –
Es ist Nacht – unendliche Nacht ... eine Nacht ohne Morgen.

Angst – es ist der Augenblick ohne Hoffnung.
Elija Steffens
Fearfall

Mit der Angst einen guten Umgang finden, um den Spielraum der Möglichkeiten beständig zu erweitern.

Friederike Fehrmann
Gisela

Angst
u n t e r s c h ä t z e n
ist leichtsinnig bis lebensbedrohlich,

Angst
ü b e r s c h ä t z e n
macht unfrei,

Angst
ü b e r w i n d e n
ist mutig und befreit.

Gudrun Deutsch

Angst ist Alles – Angst ist Nichts

Meine Angst:

Vielleicht ist am Ende des Tunnels doch kein Licht.

Henning Reichrath

Angst ist nicht nur negativ, denn sie kann auch warnen und schützen. Angst bewahrt vor Übermut, unüberlegtem oder überstürztem Handeln und voreiligen Entscheidungen. Angst mahnt zu Vorsicht, Besonnenheit und Sensibilität. Sie erinnert uns: Das Leben ist lebensgefährlich!

Ines Monika Glawe

Zu dem Thema Angst hätte ich momentan so viel zu sagen, daß die Angst, nicht damit fertig zu werden, dazu kommt. Das Gegenteil von Angst ist für mich nicht Sicherheit von außen, sondern eine Art Geborgenheitsgefühl in mir – schön, wenn es sich nach harter Arbeit einstellt.

Inka Kreipe

Angst frisst die Seele auf, lähmt den Körper und macht das Leben schwieriger!

Janna Mürmann

Wirkliche Angst ist die Abwesenheit jeder Hoffnung.

Joey
Jost Büttner
Angst kann Schlimmeres verhindern.
Julia Tomiatti-Kleinwächter

»Wenn du lernst, deine Angst zu verstehen und sie bewusst zu fühlen, kannst du dich von ihr befreien. Dann schwindet ihre Bedrohlichkeit und wandelt sich in Kraft.«

Jutta Bremer

Diffuse Angst. Eine nicht in Worte zu fassende Bedrohung.
Plötzlich auftretende Angstzustände.

Angst vor Dunkelheit.
Angst vor Krankheit.
Angst vorm Alleinsein.
Angst vor gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Im Grunde meines Herzens bin ich kein ängstlicher Mensch.

Kerstin Bueschges
Koko

Ich hab gerade keine Zeit für Angst.

Kristel Döhring
Kristin

Ich denke nicht so viel über meine Ängste nach, besonders nicht über die, die nur in meinem Kopf existieren. Diese versuche ich zu überwinden und ein Stück mehr innere Freiheit zu gewinnen. Aber das alles hat seine Grenzen: ich würde nie Bungee springen.

Manuela Hörr

Mein Role-Model ist Ronja Räubertochter:

»In den Fluss zu plumpsen, davor sollte sie sich hüten, hatte Mattis gesagt und darum sprang sie am Ufer kühn und keck von einem glatten Stein zum anderen, dort wo das Wasser am wildesten toste. Schließlich konnte sie sich ja nicht im Wald davor hüten, in den Fluss zu plumpsen. Sollte das Sich-Hüten überhaupt von Nutzen sein, musste sie es bei den Stromschnellen und Strudeln und nirgendwo sonst üben.«

Astrid Lindgren
Marius Dörrie

Angst davor etwas falsch zu machen.

Mark Roberts

Angst, dass der Gitarrist im Publikum sieht, dass ich gar nicht wirklich spielen kann.

Marlis
Martin Jehle

Im Lauf der Jahre habe ich mich mit meiner Angst angefreundet.

Mehmet Çetik

Angst ist für mich: warten, ohne zu wissen was kommt.

Merrill

»Neugier ist die mächtigste Antriebskraft im Universum, weil sie die beiden größten Bremskräfte im Universum überwinden kann: die Vernunft und die Angst.«

Walter Moers
Nanette Biene

... »ich nehme dich an die Hand«, sagte der Mut zur Angst ...

Nicola Bongard

Es heißt, jede*r hat Recht in ihrem/seinem Angst- und Denksystem. Wenn wir das alle so sähen, wäre die Welt freundlicher und toleranter. Das Gleiche gilt im Grunde für den Umgang mit Kunstrezeption: Jede*r hat Recht in ihrem/seinem Wahrnehmungssystem.

Niels Persson
Sabine Meyer

Angst wäre imstande mich zu lähmen – wenn ich es zulasse.

Silas Degen

Tief in die Dunkelheit blickend stand ich da, fragend, ängstlich, träumend was kein Sterblicher je zuvor geträumt hat.

Edgar Allan Poe
Smilla

Angst ist, wenn der Kopf schneller laufen will, als die Beine können.

Thomas Becker
Uwe Hipler

„Keine Angst haben nur ... Wer Angst hat, lebt. Man sollte sich ihr stellen und sie nicht zu groß werden lassen: um zu LEBEN“

Pressestelle
Theater R.A.M hat gemeinsam mit über 40 beteiligten Menschen aus Stadt und Landkreis Hildesheim eine "covidimensionale" Form gesucht, um Aerosolen und Zoonosen jeglicher Art die Stirn(en) zu bieten. Entstanden ist ein furchterregend hygienisches, gruselig-krudes, definitiv Quarantäne-geeignetes Online-Erlebnis, das am 19. September 2020 um 13:13 Uhr viral geht.
Wir wissen es längst.
Es geht ein Grundriss durch unser aller Herz.
Er bezeichnet und zeigt die blutenden Echo-Kammern
des Schreckens in den vielen Museen der Angst,
die wir in uns selbst errichtet haben!
Wir zeigen einen Teil der verstörenden Sammlung.
Ein Projekt von Theater R.A.M. in Kooperation mit der Volkshochschule Hildesheim und dem Theaterhaus.

Scroll dich durch die zweite Dimension und betrete kreativ vermintes Gebiet. Du hast Angst vor der Angst? Du bist ein Feigling? Dann bist du hier genau richtig. Nirgends kann man sich so wunderbar die Augen-Füße aufschneiden wie an unserem digitalen Scherbenhaufen, ist er doch so etwas wie ein zerbrochenes Fensterglas, dessen viele Splitter den Versuch spiegeln, eine große Gruppe von Menschen künstlerisch zu fesseln! Genieße in deinen vier Wänden, so allein wie nur möglich, was andere ebenfalls in ihren vielen vier Wänden unheimlich einsam von sich gegeben haben.

Als sie eigentlich zusammen sein wollten, etwas gemeinsam erleben, lachen, machen - da kam Corona. Nach der ersten Schockstarre begannen sie wie die Zombies zu schreiben, zu spielen, sie bastelten und bauten, reagierten aufeinander und nahmen Impulse auf und setzten sie, sangen, sprachen, schrien, lernten, beobachteten, sendeten und empfingen, dialogisierten und dichteten. Und begriffen: Wir müssen (keine) Angst haben. Denn wir gehören doch alle zur selben Risikogruppe. Und dieses kollektive Ausstellungsstück trägt den Titel MENSCH.

"Ich betrete den Raum und fühle den Atem der Performer*innen.
Ich betrete den Raum, und ein wohlig warmes Gefühl durchströmt meinen Körper.
Endlich bin ich drin. Endlich darf ich den Raum meiner Erwartungen betreten.
Endlich geht’s los."

Kerstin Bueschges

Mach dir selbst ein Bild in unserem Museum der Angst...

Will Kunst uns etwas sagen? Will sie etwas bedeuten? Will Kunst etwas transportieren? Will die Künstlerin, will der Künstler auf etwas hinaus?

Das kann, das muss uns aber nicht kümmern. Wenn wir besonders an der Künstlerin interessiert sind, suchen wir sie in ihrer Kunst, das kann passieren. Die Kunst selbst lässt das kalt.

Wir möchten loben wir möchten kritisieren, wir möchten verstehen.

Eins ist gewiss: Kunst möchte gesehen, berührt werden, möchte bewegen, berühren, erspürt werden. Sie braucht diejenigen, die ihr begegnen, die sie wahrnehmen, sie erzwingt Reaktion. Natürlich ist sie nicht darum KEINE Kunst, weil sie in der Schublade liegen bleibt. Dann ist sie immer noch Potential. Doch sobald jemand sie wahrnimmt, erfährt er oder sie sie bereits. Dagegen sind wir machtlos. Selbst wenn wir uns voller Ablehnung abwenden, hat sie sich schon erfüllt, die Veränderung, die Kunst immer bewirkt. Mal feinsinnig, mal großspurig, mal scharf, mal weit.

Kunst ist also fortwährend in Bewegung. Sie meldet sich bereits, bevor sie sichtbar wird. Mehr noch, während sie entsteht. Wenn sie veröffentlich wird. Und weiterhin und immerzu, so lange und sobald sie in Kontakt zu Betrachtenden tritt. Diese Bewegung erzeugt zuweilen eine kaum greifbare Unschärfe. Denn sie erzeugt Resonanz, feine Schwingungen, manchmal große Stürme, die sich nicht fixieren und damit scharf stellen lässt. Sie bewegt nie nichts. Denn, wie ein bekannter Kommunikationsforscher es einmal formuliert hat: Wir können nicht nicht kommunizieren. Auch Kunst kann das nicht. Sie kann natürlich missfallen, uns leer erscheinen, bedeutungslos, nichts-sagend. Doch allein schon diese Wahrnehmung ist das Gegenteil von nichts. Am Ende ist aber nicht die Bewegung der Kunst, worum es geht, sondern die Bewegung derjenigen, die ihr begegnen.

Langweilig, aber wahr: Die Kunst liegt im Auge der Betrachtenden.

Wenn diese sich äußern, deuten sie, verändern sie, verengen sie, helfen sie.

Das treiben wir in Schreibwerkstätten auf die Spitze. Wir färben Kunst vielstimmig ein. Sie wird zu Dialog, erhält Zuschreibungen. Wertungen. Das ist subjektiv, ungerecht, einengend und erleichternd zugleich. Wir lassen uns darauf ein, selbst gefärbt zu werden. Ein empathischer Akt, dem ein empathischer Akt voraus ging. Wir legen uns kurz mal fest, und danach lassen wir die Kunst wieder los. Vielleicht kann sie sich nicht mehr daraus befreien, auf eine bestimmte Weise gelesen, gesehen zu werden. Vielleicht kommt das aber anderer Kunst zugute, der man beim nächsten Mal eigenständig mit Text begegnet, mit Theater, mit Spiel und SPASS.

Nicola Bongard
"Die vornehmste Aufgabe von Museen ist es, die Beobachtungs- und Empfindungsfähigkeit zu steigern, und nicht Gelehrte zu erzeugen; Museen sollten dem Menschen dabei helfen, sich in dem großen Museum zurechtzufinden, das jedes Land ist und das wir ständig besuchen, ohne es zu merken.“

Kenneth Hudson

Buchhaltung
Echokammer
GitarreNiels
GitarreNiels
Gästebuch

GÄSTEBUCH

Wir freuen uns über Feedback.
Schickt uns gern eure Einträge per Email an:
gb@museum-der-angst.de

27.09.2020
Hallo Ihr alle der darstellenden Kunst.

Ich bin durch Euer Museum gewandelt und  bin begeistert wieder „rausgegangen“! Davor war ich noch nie digital in einem Museum oder Theater o.dgl.

Diese Idee von Euch begeistert mich.  Ich denke, dass mich diese Art von Museumsbesuch inspiriert hat, auch zukünftig mehr in digitale Kunst einzutauchen. In dieser Zeit, wo Menschen schnell aneinander vorbeilaufen, Besuche und Gespräche nur im Abstand sein sollten, Umarmungen von Freunden und liebgewonnenen Menschen nur noch sehr selten stattfinden sind kreative Ideen gefragt.

„Das Leben ist schön…. machen wir das Beste daraus“

Mit den herzlichsten Wünschen für weitere Kreativität

Heike Spieker

Mein Lieblingsspruch an einer Hauswand heißt: »Es ist genug Angst für alle da!«. Im Museum der Angst auf alle Fälle. Vom Schutzkeller bis zur Dachstube – alles voll damit. Ob in Wort, Bild oder Ton, hier gibt's für jedes Angsthäschen was zum Knabbern. Man muss nur aufpassen, dass man sich vor lauter Angst nicht in die "Buchhaltung" verläuft. Genereller Tipp: Unbedingt im Museum mal auf's WC gehen. Aber nicht zu lange. Schließlich wollen alle mal ausziehen, um das Fürchten zu lernen.

Siggi Stern, 27.09.2020

Museumsgarten
00:00
00:07
Künstler*inFriederike
WC
WC
00:00
01:09
00:00
02:11

Planungszentrum

Sprechblasen

Ein Bild und du mit Stift, sonst nichts.

Genauer: Die Kopie einer Fotografie eines Bildes oder einer Zeichnung oder oder... und du mit Stift. Und nur 5 Minuten Zeit, um darauf zu reagieren.

Schriftlich.

Gut daran ist, dass du nicht lange grübeln kannst und es dadurch unmittelbarer wird und wirkt, was du gedacht und dann aufgeschrieben hast. Spaß macht, dass neben dir jemand schon wartet, dass du zum Ende kommst.

Bloß nicht originell sein müssen oder wollen. Und es dann darum sein.

Salon 4
Schutzkeller



00:00
03:29

Mein Gegenstand gegen Angst, Einsamkeit, Langeweile und Melancholie (find ich eigentlich ganz schön)

Meinen Gegenstand muss ich nicht erfinden. Zum Glück gibt es ihn schon. Dieser Gegenstand begleitet mich in der ein oder anderen Form bereits von Beginn meines Lebens an. Häufig habe ich diesen Gegenstand mehrmals aber immer mindestens einmal. Immer!

Er ist sozusagen mein Allheilmittel.__ Aber nun zu meinen Gegenstand:

Ich schließe die Augen um ihn erstmal zu begreifen.

Er ist weich, leicht und flexibel. Ich versuche die Außenkanten zu ertasten. Es gelingt mir, mit einer Armspanne, nur in eine Richtung. Scheinbar ist dieser Gegenstand rechteckig. Ich habe 4 Ecken ertastet. Wie dick? Schwer zu sagen, vielleicht 2 cm.

Jetzt raffe ich meinen Gegenstand zusammen, bis ich ein großes Knäuel habe. Meins!

Ich könnte meinen Gegenstand auch falten oder aufrollen, doch dazu habe ich jetzt keine Lust. Ich denke, Du weißt inzwischen längst, dass es sich um meine Decke handelt.

Meine Decke schafft mir meinen eigenen, kleinen, persönlichen Raum. Egal wie chaotisch und unübersichtlich meine weitere und nähere Umgebung ist. Mein Deckenraum bleibt gleich. Wenn es ganz schlimm ist wickele ich mich komplett in meine Decke ein. Nichts hören – nichts sehen. Fühle ich mich mal ganz klein, dann kann ich mir einen Zipfel der Decke nehmen und daran lutschen. Ich könnte auch noch jemanden mit unter meine Decke nehmen damit er/sie denselben Schutz wie ich genießen kann.

Aber längst nicht jeden!

Natürlich wärmt mich meine Decke auch und ich kann sie außerdem auch im Sitzen oder Stehen verwenden. Ich könnte mir auch ein Lager auf dem Boden beereiten. Immer noch klare Grenzen.

Wenn ich wütend bin kann ich sie zusammenknüllen und draufhauen. Sie nimmt es mir nie übel.

Jedoch das aller-, allerbeste ist: Wenn ich meine Wohnung verlasse, dann muss ich meine Decke nicht mitnehmen. Ich weiß sie sicher zu Hause.

Gudrun
Schreibübung mit vorgegebenem Anfangssatz und diversen reingegebenen Wörtern
TextKerstin
gesprochen vonNicola
Impressum
Theater R.A.M. Manuela Hörr und Mark Roberts Orleansstraße 35 31135 Hildesheim Telefon: 05121 55521 Fax: 05121 55591 https://rapid-arts-movement.de